80% der Kommunikation findet auf der Beziehungsebene statt, während nur 20% den Sachinhalt betreffen. Das ist das, was du wahrscheinlich schon gehört hast: es kommt nicht darauf an, was du sagst, sondern wie du es sagst. Der Schlüssel zu einer vertrauensvollen Beziehung liegt in der Empathie. Doch was bedeutet es, empathisch zu kommunizieren, und warum ist das so wichtig?
Was ist Empathie?
Empathie ist die Fähigkeit, die Gefühle, Gedanken und Beweggründe anderer zu verstehen und angemessen auf sie zu reagieren. Sie ist unverzichtbar, um eine stabile Beziehungsebene herzustellen. Es geht dabei nicht um schnelles Trösten oder die sofortige Lösung eines Problems, sondern um eine annehmende Haltung. Wie empathisch würdest du dich selbst einschätzen? Kannst du in Gesprächen erfassen, in welchem Zustand dein Gegenüber sich befindet?
Ich höre manchmal. Dass Menschen sagen, dass eine emphatische Haltung viel Zeit erfordert. Das stimmt nicht. Es geht vielmehr darum im Gespräch präsent zu sein und die Bereitschaft zu haben, den anderen verstehen zu wollen.
Empathie bedeutet nicht, sofort Ratschläge zu geben oder eigene Erfahrungen zu teilen. Stattdessen geht es darum, sich auf das Gegenüber einzulassen und ihm das Gefühl zu geben, gehört und verstanden zu werden. Es geht also nicht darum, zu belehren oder zu bemitleiden, sondern einfühlend zu verstehen, ohne zu werten.
Vier Schritte einer empathischen Kommunikation
1. Höre ohne zu interpretieren oder zu beurteilen
Achte darauf, was dein Gegenüber sagt und wie er es sagt. Körpersprache, Mimik und Tonfall können viel über den emotionalen Zustand aussagen. Im 1. Schritt fokussierst du auf den Zustand deines Gegenübers: geht es ihm gut oder weniger gut.
2. Versuche den anderen zu verstehen
Hier ist die Frage: was genau fühlt der andere? Dazu kannst du Fragen stellen und das Gehörte zusammenfassen und Inhalte klären, um Missverständnisse zu vermeiden. Durch diese Art der Kommunikation fühlt sich dein Gegenüber gehört und verstanden.
3. Sei einfach da
In dieser Phase geht es darum, einfach da zu sein, ohne Ratschläge zu geben. Die Kraft der Empathie entfaltet sich, wenn du dem anderen Raum gibst, zu fühlen. Die Botschaft ist: Du bist okay, so wie du bist. Dies hilft dem anderen, schneller und leichter seine Gefühle anzunehmen.
4. Antworte angemessen und zeige Verständnis
Deine Rückmeldung sollte frei von Beurteilung oder Interpretation sein. Bleibe beim Fokus auf den anderen und wähle deine Worte sorgfältig. Du möchtest sicherstellen, dass dein Gegenüber sich verstanden fühlt und bereit ist, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, wenn er es wünscht.
Wann Empathie unangebracht ist
In Situationen, die klare und sachliche Informationen erfordern, kann zu viel Empathie ablenken. Es ist wichtig, eine Balance zu finden und in bestimmten Momenten eher auf Lösungen als auf Gefühle zu fokussieren. Denn wenn Empathie nicht weiterhilft ist der Fokus auf Lösungen das Mittel der Wahl, weil die Lösung die Situation verbessert. Ausserdem gibt es im beruflichen Alltag viele Momente, in denen Empathie den Zielen untergeordnet wird, damit ein Team bestimmte Veränderungen etablieren kann. Man muss nicht in alle Konflikte einsteigen. Die Frage ist: was ist der beste Weg für die Beteiligten?
Empathie ist eine wichtige kommunikative Fähigkeit und eine wesentliche Grundlage für stabile und vertrauensvolle Beziehungen. Sie trägt zum Wohl des anderen bei und schafft eine aufrichtige Verbindung. Die vier Schritte der empathischen Kommunikation können im Alltag trainiert werden, um langfristig mehr Frieden und Verständnis in Gespräche zu bringen.
Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick geben, wie wertvoll eine empathische Haltung in Gesprächen sein kann. Wie beide Parteien zum Gewinner werden, wenn diese 4 Schritte umgesetzt werden. Es lohnt sich, das zu üben und auszuprobieren. Dazu lade ich dich ein. Wenn du Wünsche zu bestimmten Themen hast schreibe mir gerne eine Email oder bei Instagram @sabine.toenjes.